Zündschlüssel zur Zukunft


Wer für das Auto von morgen forscht, darf nicht nur an Elektromotoren und Biokraftstoffe denken. Vor allem beim Spritverbrauch gilt: Weniger ist mehr. Der Volkswagen Konzern gibt daher in vielen Bereichen Gas, um den Fahrspaß auf eine klimafreundliche Spur zu lenken.

Antriebsforschung von morgen – Dr. Tobias Lösche-ter Horst, Leiter Antriebsforschung Volkswagen, am Motorenprüfstand in Wolfsburg. (Foto)

ANTRIEBSFORSCHUNG VON MORGEN – Dr. Tobias Lösche-ter Horst, Leiter Antriebsforschung Volkswagen, am Motorenprüfstand in Wolfsburg.

„Auch mit Hilfe solcher Lithium-Ionen-Batterien werden wir bis 2020 den CO2-Ausstoß unserer Fahrzeugflotte weiter reduzieren.“ Dr. Tobias Lösche-ter Horst, Leiter Antriebsforschung Volkswagen (Zitat)

Wenn Dr. Tobias Lösche-ter Horst seinen Besuchern ein Stück automobile Zukunft zeigen will, dann führt er sie in die Forschungshalle auf dem Wolfsburger Werksgelände. Denn hier werden die Visionen des Volkswagen Konzerns handfeste Realität. Vorbei an schallisolierten Prüfkammern, in denen Motoren mit den Technologien von morgen ersten Funktions- und Belastungstests unterzogen werden, steuert der Leiter der Antriebsforschung zielgenau auf drei Testwagen zu. Rechts parkt ein schwarzer Passat, daneben zwei Golf, der eine silbern, der andere weiß. Lösche-ter Horst öffnet die Heckklappe des silbernen Golf und zieht die Bodenabdeckung hoch. „Das ist das Herzstück des twinDRIVE-Konzepts“, sagt er und zeigt auf eine kantige Stahlbox, die sich über die ganze Breite des Kofferraums erstreckt. „Auch mit Hilfe solcher Lithium-Ionen-Batterien werden wir bis 2020 den CO2-Ausstoß unserer Fahrzeugflotte weiter reduzieren.“

DURCH DIE KRAFT DER ZWEI HERZEN

TwinDRIVE ist eine der Schlüsseltechnologien, mit denen die Volkswagen Konzernforschung den Verbrauch fossiler Kraftstoffe senken will. Das Konzept kombiniert einen Verbrennungs- mit einem Elektromotor. Anders als bei bisherigen Hybridsystemen kann der „Plug-in-Hybrid“ an der Steckdose aufgeladen werden und rund 50 Kilometer weit rein elektrisch fahren, was für den Großteil der täglichen Fahrten völlig ausreichend ist. Für den Alltagstest bereitet Volkswagen dieses Jahr einen Flottenversuch in Berlin und Wolfsburg vor.

Die Klimadebatte hat der Elektrifizierung des Antriebs einen starken Schub gegeben. Gemeinsam wollen Politik und Industrie in Deutschland bis 2020 rund eine Million Autos auf die Straßen bringen, die mit Strom aus Wind-, Wasser- oder Sonnenkraft betrieben werden. Dieser Trend schlägt sich auch im Forschungsalltag des Volkswagen Konzerns nieder: In etwa der Hälfte der Projekte, die Lösche-ter Horst mit seinen rund 200 Mitarbeitern stemmt, geht es mittlerweile um das Thema Elektromobilität. Weil ein Großteil der Fahrzeuge aber auch in Zukunft mit konventionellen Verbrennungsmotoren fahren wird, hält es der Antriebsexperte für wichtiger denn je, die Otto- und Dieselmotoren weiterzuentwickeln. „Ich bin davon überzeugt“, so seine Prognose, „dass wir den Verbrauch eines Golf Diesel in den nächsten zehn Jahren auf unter drei Liter pro 100 Kilometer senken können.“ Das wäre rund ein Drittel weniger als bei den aktuellen Modellen.

„Ich bin davon überzeugt, dass wir den Verbrauch eines Golf Diesel in den nächsten zehn Jahren auf unter drei Liter pro 100 Kilometer senken können.“ Dr. Tobias Lösche-ter Horst, Leiter Antriebsforschung Volkswagen (Zitat)

SPRITSPARTECHNIK DER ZUKUNFT

Sparmobil Polo BlueMotion – Mit 3,3 Liter Diesel je 100 Kilometer (Foto)
SPARMOBIL POLO
BLUEMOTION
Mit 3,3 Liter Diesel
je 100 Kilometer

Die Entwicklung von Spritspartechniken ist für die Entwickler des Volkswagen Konzerns nichts Neues. Erfolgreiche Effizienzbaureihen stehen seit Jahren für die jeweils sparsamsten Modelle der Konzernmarken. Dazu zählen ECOMOTIVE von SEAT, die GreenLine von Škoda und e-Modelle von Audi genauso wie die BlueMotion-Fahrzeuge der Marke Volkswagen.

So ist der neue Polo BlueMotion mit 1,2-Liter-Dreizylinder-TDI und 75 PS (55 kW) als sparsamster Fünfsitzer der Welt mit allen Energieeffizienz-Innovationen ausgestattet, die Volkswagen heute serienmäßig zu bieten hat. Dazu zählen das Start-Stopp-System und die Rückgewinnung von Bremsenergie sowie ein Aerodynamikpaket, das den Luftwiderstand des Unterbodens minimiert. Zudem werden rollwiderstandsarme Reifen auf 15-Zoll-Leichtmetallfelgen montiert. Die Folge: Mit einem Verbrauch von 3,3 Litern pro 100 Kilometer und einer CO2-Emission von 87 Gramm pro Kilometer unterbietet der Polo BlueMotion schon heute die EU-Norm von 2020 um rund ein Zehntel.

Aber nicht nur die Entwicklung hocheffizienter Antriebe, sondern auch die Beschäftigung mit klimaschonenden Kraftstoffen und mit Assistenzsystemen für eine spritsparende Fahrweise sind wichtige Bausteine für die Automobilität von morgen. Der Volkswagen Konzern baut daher nicht nur Autos, die Biosprit tanken können, sondern fördert auch deren technologische Entwicklung – etwa durch Beteiligungen an Hightech-Schmieden wie der deutschen CHOREN Industries oder der kanadischen Iogen Corporation. Beide Unternehmen forschen daran, Biomasse-Abfälle industriell zu Diesel oder Benzin zu verarbeiten.

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