32.4. Marktpreisrisiko


4.1 SICHERUNGSPOLITIK UND FINANZDERIVATE

Im Zuge der allgemeinen Geschäftstätigkeit ist der Volkswagen Konzern Währungs-, Zins-, Rohstoffpreis- und Fondspreisrisiken ausgesetzt. Es ist Unternehmenspolitik, diese Risiken durch den Abschluss von Sicherungsgeschäften zu begrenzen beziehungsweise auszuschließen. Alle notwendigen Sicherungsmaßnahmen werden durch Konzern-Treasury zentral durchgeführt beziehungsweise koordiniert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr bestanden keine wesentlichen Risikokonzentrationen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Gewinne und Verluste aus Sicherungsbeziehungen:

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Mio. €

 

2009

 

2008

Sicherungsinstrumente Fair-Value-Hedges

 

–326

 

424

Grundgeschäfte Fair-Value-Hedges

 

278

 

–427

Ineffektiver Teil von Cash-Flow-Hedges

 

–2

 

–5

Als ineffektiver Teil von Cash-flow-Hedges werden die Erträge oder Aufwendungen aus Fair-Value-Änderungen von Sicherungsinstrumenten bezeichnet, die die Fair-Value-Änderungen der Grundgeschäfte übersteigen, bei denen aber insgesamt eine Effektivität im zulässigen Rahmen zwischen 80 % und 125 % nachgewiesen wurde. Diese Erträge beziehungsweise Aufwendungen werden unmittelbar im Finanzergebnis erfasst.

Aus der Cash-flow-Hedge-Rücklage wurden im Jahr 2009 –1.087 Mio. € (Vorjahr: –1.389 Mio. €) ergebnisverbessernd in das sonstige betriebliche Ergebnis, 76 Mio. € (Vorjahr: –38 Mio. €) ergebnisvermindernd in das Finanzergebnis und 103 Mio. € ebenfalls ergebnisvermindernd in die Kosten der Umsatzerlöse übernommen.

Zur Darstellung von Marktpreisrisiken aus originären und derivativen Finanzinstrumenten nach IFRS 7 kommen im Volkswagen Konzern zwei verschiedene Methoden zur Anwendung. Für die Bewertung der Währungs- und Zinsrisiken des Segments Volkswagen Finanzdienstleistungen wird ein Value-at-Risk-Modell eingesetzt, während die Marktpreisrisiken der übrigen Segmente mithilfe einer Sensitivitätsanalyse ermittelt werden. Im Rahmen der Value-at-Risk-Berechnung wird auf Grundlage einer historischen Simulation auf Basis der letzten 250 Handelstage die potenzielle Veränderung von Finanzinstrumenten bei Variationen von Zinssätzen und Wechselkursen ermittelt. Weitere Berechnungsparameter sind eine Haltedauer von 10 Tagen und die Einstellung eines Konfidenzniveaus von 99 %. Im Rahmen der Sensitivitätsanalyse wird durch Variation von Risikovariablen innerhalb der jeweiligen Marktpreisrisiken der Effekt auf Eigenkapital und Ergebnis ermittelt.

4.2 MARKTPREISRISIKO IM SEGMENT VOLKSWAGEN FINANZDIENSTLEISTUNGEN

Das Währungskursrisiko des Segments Volkswagen Finanzdienstleistungen resultiert im Wesentlichen aus von der funktionalen Währung abweichenden Vermögenswerten sowie Refinanzierungen innerhalb der operativen Geschäftstätigkeit. Das Zinsrisiko ergibt sich aus fristeninkongruenten Refinanzierungen und aus unterschiedlichen Zinselastizitäten der einzelnen Aktiv- und Passivpositionen. Diese Risiken werden durch den Abschluss von Währungs- beziehungsweise Zinssicherungsgeschäften begrenzt.

Das im Vorjahr begonnene Fair-Value-Hedging auf Portfoliobasis gemäß IAS 39 wurde fortgeführt. Dabei werden festverzinsliche Forderungen und Verbindlichkeiten gegen Schwankungen des risikolosen Basiszinssatzes abgesichert. Die in diese Sicherungsstrategie einbezogenen Vermögenswerte und Schulden werden für die Restlaufzeit zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die resultierenden Auswirkungen in der Gewinn- und Verlustrechnung werden durch gegenläufige Effekte der Zinssicherungsgeschäfte kompensiert.

Zum 31. Dezember 2009 betrug der Value-at-Risk für das Zinsrisiko 55 Mio. € (Vorjahr: 54 Mio. €) und für das Währungsrisiko 82 Mio. € (Vorjahr: 95 Mio. €).

Der gesamte Value-at-Risk für Zins- und Währungsrisiken des Segments Volkswagen Finanzdienstleistungen betrug 128 Mio. € (Vorjahr: 93 Mio. €).

4.3 MARKTPREISRISIKO DER SEGMENTE PKW UND LEICHTE NUTZFAHRZEUGE SOWIE SCANIA

4.3.1 Währungsrisiko

Das Währungsrisiko der Segmente Pkw und leichte Nutzfahrzeuge sowie Scania resultiert aus Investitionen, Finanzierungsmaßnahmen sowie der operativen Geschäftstätigkeit. Zur Begrenzung des Währungsrisikos werden Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen, Währungsswaps sowie kombinierte Zins-/Währungsswaps eingesetzt. Diese Geschäfte beziehen sich auf die Kurssicherung aller Zahlungen der allgemeinen Geschäftstätigkeit, welche nicht in der funktionalen Währung der jeweiligen Konzernunternehmen erfolgen. Im Finanzierungsbereich gilt der Grundsatz der Währungskongruenz.

Im Rahmen des Managements der Währungsrisiken betrafen die Kurssicherungen im Jahr 2009 im Wesentlichen den US-Dollar, das britische Pfund, den mexikanischen Peso, den russischen Rubel, die schwedische Krone, die tschechische Krone, den polnischen Zloty, den brasilianischen Real, den chinesischen Renminbi, den australischen Dollar sowie den Schweizer Franken und den japanischen Yen.

Als relevante Risikovariablen für die Sensitivitätsanalyse im Sinne von IFRS 7 finden alle nicht funktionalen Währungen Berücksichtigung, in denen der Volkswagen Konzern Finanzinstrumente eingeht.

Wenn die jeweiligen funktionalen Währungen sich gegenüber den übrigen Währungen um 10 % auf- oder abgewertet hätten, ergäben sich in Bezug auf die nachfolgend genannten Währungsrelationen die folgenden Effekte auf die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und das Ergebnis vor Ertragsteuern. Ein Aufsummieren der einzelnen Werte ist nicht zweckmäßig, da den Ergebnissen je nach funktionaler Währung andere Szenarien zugrunde liegen.

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31.12.2009

 

31.12.2008

Mio. €

 

+10 %

 

–10 %

 

+10 %

 

–10 %

Währungsrelation

 

 

 

 

 

 

 

 

EUR / USD

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

926

 

–684

 

1.147

 

–712

Ergebnis vor Ertragsteuern

 

–195

 

68

 

–433

 

203

EUR / GBP

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

447

 

–443

 

748

 

–748

Ergebnis vor Ertragsteuern

 

5

 

5

 

–30

 

55

EUR / CHF

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

98

 

–98

 

97

 

–97

Ergebnis vor Ertragsteuern

 

–1

 

1

 

0

 

0

EUR / CZK

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

56

 

–56

 

118

 

–118

Ergebnis vor Ertragsteuern

 

–29

 

29

 

–27

 

27

EUR / JPY

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

–63

 

63

 

147

 

–147

Ergebnis vor Ertragsteuern

 

–2

 

2

 

36

 

–36

GBP / USD

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

61

 

–61

 

79

 

–79

Ergebnis vor Ertragsteuern

 

–1

 

1

 

4

 

–3

EUR / AUD

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

41

 

–41

 

39

 

–39

Ergebnis vor Ertragsteuern

 

–21

 

21

 

–18

 

18

EUR / SEK

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

–44

 

44

 

–137

 

137

Ergebnis vor Ertragsteuern

 

–10

 

10

 

1

 

–1

EUR / CAD

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

42

 

–42

 

36

 

–36

Ergebnis vor Ertragsteuern

 

–9

 

9

 

4

 

–4

CZK / USD

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

41

 

–41

 

53

 

–53

Ergebnis vor Ertragsteuern

 

–4

 

4

 

–2

 

3

EUR / RUB

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

0

 

0

 

44

 

–44

Ergebnis vor Ertragsteuern

 

–44

 

44

 

–50

 

50

USD / MXN

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

29

 

–29

 

59

 

–59

Ergebnis vor Ertragsteuern

 

–8

 

8

 

–11

 

11

4.3.2 Zinsrisiko

Das Zinsrisiko für die Segmente Pkw und leichte Nutzfahrzeuge sowie Scania resultiert aus Änderungen der Marktzinssätze, vor allem bei mittel- und langfristig variabel verzinslichen Forderungen und Verbindlichkeiten. Zur Sicherung werden, im Rahmen von Fair-Value- beziehungsweise Cash-flow-Hedges und in Abhängigkeit der Marktlage Zinsswaps, kombinierte Zins-/Währungsswaps sowie sonstige Zinskontrakte abgeschlossen. Konzerninterne Finanzierungen werden in der Regel fristenkongruent zur Refinanzierung strukturiert.

Zinsrisiken im Sinne IFRS 7 werden für diese Segmente mittels Sensitivitätsanalyse ermittelt. Hierbei werden Effekte der Risikovariablen Marktzinssätze auf das Finanzergebnis sowie das Eigenkapital dargestellt.

Wenn das Marktzinsniveau zum 31. Dezember 2009 um 100 bps höher gewesen wäre, wäre das Eigenkapital um 16 Mio. € (Vorjahr: 39 Mio. €) niedriger ausgefallen. Wenn das Marktzinsniveau zum 31. Dezember 2009 um 100 bps niedriger gewesen wäre, wäre das Eigenkapital um 18 Mio. € (Vorjahr: 45 Mio. €) höher ausgefallen.

Wenn das Marktzinsniveau zum 31. Dezember 2009 um 100 bps höher gewesen wäre, wäre das Ergebnis um 0,3 Mio. € (Vorjahr: 12 Mio. €) höher ausgefallen. Wenn das Marktzinsniveau zum 31. Dezember 2009 um 100 bps niedriger gewesen wäre, wäre das Ergebnis um 1 Mio. € (Vorjahr: 11 Mio. €) niedriger ausgefallen.

4.3.3 Rohstoffrisiko

Rohstoffrisiken für die Segmente Pkw und leichte Nutzfahrzeuge sowie Scania resultieren aus Preisschwankungen sowie der Verfügbarkeit von Nicht-Eisenmetallen und Edelmetallen sowie Kohle und CO2-Zertifikaten. Zur Begrenzung dieser Risiken werden Termingeschäfte und Swaps abgeschlossen.

Für die Sicherung der Rohstoffrisiken aus Aluminium und Kupfer erfolgt eine Bilanzierung als Hedge Accounting nach IAS 39.

Rohstoffpreisrisiken im Sinne von IFRS 7 werden mittels Sensitivitätsanalyse dargestellt. Diese stellt den Effekt von Änderungen der Risikovariablen Rohstoffpreise auf das Ergebnis und das Eigenkapital dar.

Wenn die Rohstoffpreise der gesicherten Metalle zum 31. Dezember 2009 um 10 % höher (niedriger) gewesen wären, wäre das Ergebnis um 42 Mio. € (Vorjahr: 26 Mio. €) höher (niedriger) ausgefallen.

Wenn die Rohstoffpreise der als Hedge Accounting bilanzierten Sicherungsgeschäfte zum 31. Dezember 2009 um 10 % höher (niedriger) gewesen wären, wäre das Eigenkapital um 113 Mio. € (Vorjahr: 48 Mio. €) höher (niedriger) ausgefallen.

4.3.4 Fondspreisrisiko

Die aus der Überschussliquidität aufgelegten Spezialfonds unterliegen insbesondere einem Aktien- und Anleihekursrisiko, welches sich aus der Schwankung von Börsenkursen, Börsenindizes und Marktzinssätzen ergeben kann. Die sich aus einer Variation der Marktzinssätze ergebenden Veränderungen der Anleihekurse werden, wie die Bewertung von Währungs- und sonstigen Zinsrisiken aus den Spezialfonds in den Abschnitten 4.3.1 und 4.3.2 quantifiziert. Generell wirken wir den Risiken aus Spezialfonds dadurch entgegen, dass wir, wie in den Anlagerichtlinien festgelegt, bei der Anlage von Mitteln auf eine breite Streuung hinsichtlich der Produkte, Emittenten und der regionalen Märkte achten. Daneben setzen wir bei entsprechender Marktlage Kurssicherungsgeschäfte in Form von Futures-Kontrakten ein. Die entsprechenden Maßnahmen werden durch Konzern-Treasury zentral koordiniert und durch das Risikomanagement der Spezialfonds operativ umgesetzt.

IFRS 7 verlangt im Rahmen der Darstellung von Marktrisiken Angaben darüber, wie sich hypothetische Änderungen von Risikovariablen auf den Preis von Finanzinstrumenten auswirken. Als Risikovariablen kommen hierbei insbesondere Börsenkurse oder Indizes sowie Zinsänderungen als Parameter von Anleihekursen infrage.

Wenn zum 31. Dezember 2009 die Aktienkurse um 10 % höher (niedriger) gewesen wären, wäre das Eigenkapital um 18 Mio. € (Vorjahr: 35 Mio. €) höher (niedriger) ausgefallen.

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