Finanzielle Situation


FINANZIELLE SITUATION UND ZAHLUNGSMITTELBESTAND DES KONZERNS

Die mittelbare Beteiligung an der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG über die Porsche Zwischenholding GmbH und die Veräußerung des brasilianischen Nutzfahrzeuggeschäfts an die MAN Gruppe hatten wesentlichen Einfluss auf die Finanzlage des Volkswagen Konzerns im Geschäftsjahr 2009. Im Folgenden geben wir einen Überblick über die Liquiditätsentwicklung des Konzerns und stellen danach die operativen Ursachen nach Konzernbereichen dar.

Der Brutto-Cash-flow des Volkswagen Konzerns belief sich im Berichtsjahr auf 9,6 (13,7) Mrd. €.

Im Working Capital kam es – nach dem Mittelabfluss von 11,0 Mrd. € im Vorjahr – im Geschäftsjahr 2009 zu einer Mittelfreisetzung in Höhe von 3,1 Mrd. €. Der Cash-flow aus dem laufenden Geschäft verbesserte sich auf 12,7 (2,7) Mrd. €.

Die Investitionstätigkeit war mit 10,4 Mrd. € um 10,2 % niedriger als im Geschäftsjahr 2008. Der Netto-Cash-flow verbesserte sich um 11,2 Mrd. € auf 2,3 Mrd. €.

Der Zahlungsmittelbestand des Volkswagen Konzerns laut Kapitalflussrechnung lag am Ende des Berichtsjahres bei 18,2 (9,4) Mrd. €. Die Brutto-Liquidität übertraf mit 25,5 Mrd. € den Vergleichswert des Vorjahres um 8,2 Mrd. €. Mit –52,1 Mrd. € war die Netto-Liquidität des Konzerns auf dem Niveau des Vorjahres.

FINANZIELLE SITUATION IM AUTOMOBILBEREICH

Der Brutto-Cash-flow des Automobilbereichs lag im Berichtsjahr mit 6,6 Mrd. € ergebnisbedingt deutlich unter dem Vorjahreswert. Vor allem der starke Abbau der Lagerbestände und geringere Forderungen führten im Working Capital zu einer Mittelfreisetzung von 6,2 Mrd. €; im Vorjahr hatte noch eine Mittelbindung in Höhe von 2,1 Mrd. € bestanden. Der Cash-flow aus dem laufenden Geschäft stieg in der Folge deutlich um 45,6 % auf 12,8 Mrd. €.

Die Sachinvestitionen des Konzernbereichs Automobile im Geschäftsjahr 2009 waren mit 5,8 Mrd. € um 14,6 % geringer als im Vorjahr. Mit 6,2 (6,6) % lag die Sachinvestitionsquote im Rahmen unserer Erwartungen. Dabei investierten wir vor allem in die neuen Fertigungsstandorte in Indien, Russland und den USA sowie in Modelle, die wir in den Jahren 2009 und 2010 in den Markt eingeführt haben beziehungsweise noch einführen werden. Im Wesentlichen sind dies die Nachfolgermodelle des Polo, des Sharan, des Jetta, des Touareg und des Audi A8 sowie der Audi A1, der Audi A4 allroad quattro, die Cabrio- und Sportback-Versionen des Audi A5 und der Amarok. Darüber hinaus flossen Investitionen in die ökologische Ausrichtung der Modellpalette. Die aktivierten Entwicklungskosten fielen mit 1,9 Mrd. € niedriger aus als im Vorjahr. In der Investitionstätigkeit kam es insgesamt zu einem Mittelabfluss von 10,3 Mrd. €. Hier stand der mittelbaren Beteiligung an der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG über die Porsche Zwischenholding GmbH in Höhe von 3,9 Mrd. € die Veräußerung des brasilianischen Nutzfahrzeuggeschäfts an die MAN Gruppe (1,3 Mrd. €) gegenüber. Insgesamt verbesserte sich der Netto-Cash-flow des Konzernbereichs Automobile um 5,2 Mrd. € auf 2,6 Mrd. €.

Der Mittelzufluss in der Finanzierungstätigkeit des Automobilbereichs stieg von 0,9 Mrd. € im Vorjahr auf nunmehr 5,5 Mrd. €. Die Zahlungsmittel nahmen insgesamt um 8,7 Mrd. € zu und erreichten am 31. Dezember 2009 eine Höhe von 16,4 Mrd. €. Die Netto-Liquidität des Konzernbereichs Automobile war am Ende des Berichtsjahres mit 10,6 Mrd. € um 2,6 Mrd. € höher als am 31. Dezember 2008.

FINANZIELLE SITUATION IM FINANZDIENSTLEISTUNGSBEREICH

Der Finanzdienstleistungsbereich verzeichnete im Geschäftsjahr 2009 einen Brutto-Cash-flow von 3,0 Mrd. €; der Vorjahreswert wurde damit um 10,6 % übertroffen. Nachdem sich die Mittelbindung im Working Capital 2008 auf 8,8 Mrd. € belaufen hatte, konnte sie im Berichtsjahr vor allem aufgrund einer geringeren Mittelbindung bei Forderungen aus Finanzdienstleistungen sowie des verstärkten Abbaus von Vorräten auf 3,1 Mrd. € verringert werden. Die Investitionstätigkeit des laufenden Geschäfts betrug 0,2 (0,1) Mrd. €. Die Finanzierungstätigkeit ging auf 39 Mio. € (7,2 Mrd. €) zurück. Der Zahlungsmittelbestand erreichte am 31. Dezember 2009 eine Höhe von 1,9 Mrd. €. Unter Berücksichtigung der Wertpapiere und Darlehensforderungen betrug die Brutto-Liquidität des Finanzdienstleistungsbereichs 3,5 (4,0) Mrd. €. Die Ausweitung der Geschäftstätigkeit führte dazu, dass der Kreditstand auf 66,2 (64,3) Mrd. € anstieg. Die branchenüblich negative Netto-Liquidität des Finanzdienstleistungsbereichs fiel in der Folge mit –62,7 Mrd. € um –2,4 Mrd. € höher aus.

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