Nachfrageabhängige Risiken


Nachfrageabhängige Produktionsrisiken

Die Unruhe an den weltweiten Pkw-Märkten, die aus dem Einbruch der Weltwirtschaft resultierte, führte an den Produktionsstandorten des Volkswagen Konzerns zu erheblichen Stückzahlschwankungen einzelner Fahrzeugmodelle. Für 2010 erwarten wir keine wesentliche Verbesserung der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Wegen der instabilen Absatzmärkte sind Prognosen in Bezug auf Einbauraten von Ausstattungsmerkmalen beziehungsweise Komponenten zunehmend risikobehaftet. Diesem Risiko begegnen wir durch die situationsgerechte Anwendung umfangreicher Flexibilitätsmaßnahmen im Rahmen der bestehenden Arbeitszeitmodelle. Im Zusammenspiel mit unserem intelligenten Drehscheibenkonzept und den höchst flexiblen Lieferanten sind wir zuversichtlich, das Programm unserer Fahrzeug- und Komponentenwerke bestmöglich an die volatilen Marktverhältnisse anpassen zu können. Wirtschaftliche Risiken, die sich aus Unterbrechungen der Produktion ergeben können, haben wir durch entsprechende Versicherungsverträge abgesichert. Durch regelmäßige, vorbeugende Wartungsmaßnahmen stellen wir eine hohe Anlagenverfügbarkeit und damit eine stabile Ausbringung sicher.

Risiken aus Nachfrageveränderungen

Das Nachfrageverhalten der Konsumenten ist nicht nur von realen Einflussgrößen wie dem verfügbaren Einkommen, sondern auch in hohem Maße von nicht planbaren psychologischen Faktoren abhängig. So können steigende Kraftstoff- und Energiepreise – verbunden mit der Unsicherheit über die künftige Besteuerung von CO2-Emissionen – zu einer unerwarteten Kaufzurückhaltung führen, die durch Medienberichte noch verschärft werden kann. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat deutlich negative Auswirkungen auf die globale wirtschaftliche Entwicklung und damit auf die gesamte Automobilindustrie. Viele Automobilmärkte sind in eine zum Teil dramatische Abwärtsspirale geraten, andere konnten nur durch staatliche Eingriffe gestützt werden. Nach dem Auslaufen der Förderprogramme vieler Regierungen besteht insbesondere in gesättigten Märkten wie Nordamerika und Westeuropa das Risiko einer verlängerten Haltedauer der Fahrzeuge und eines damit einhergehenden Rückgangs der Nachfrage. Dieser Kaufzurückhaltung wirken wir mit unserer attraktiven Modellpalette und einer intensiven Kundenorientierung entgegen.

Eine CO2-basierte Kraftfahrzeugsteuer, die bereits in einigen europäischen Ländern ausgestaltet ist, sowie hohe Öl- und Energiepreise können darüber hinaus dazu führen, dass sich die Nachfrage zugunsten kleinerer Segmente und Motoren verschiebt und dadurch das finanzielle Ergebnis des Konzerns beeinträchtigt. Diesem Risiko treten wir mit der Entwicklung verbrauchsgünstiger Fahrzeuge und alternativer Kraftstoffe im Rahmen unserer Kraftstoff- und Antriebsstrategie entgegen.

In den stark wachsenden Märkten in Asien und Osteuropa können außerdem Risiken durch staatliche Eingriffe entstehen, die den privaten Verbrauch durch restriktive Kreditvergaben oder Steuererhöhungen beeinträchtigen.

Abhängigkeit vom Großkundengeschäft

Im Geschäftsjahr 2009 hat sich der Anteil der gewerblichen Großkunden an den Gesamtzulassungen in Deutschland auf 7,7 % verringert. Die Ursachen hierfür sind die wegen der Umweltprämie stark gestiegene Zahl der Privatzulassungen und die konjunkturbedingte Kaufzurückhaltung der gewerblichen Kunden. Der Marktanteil des Volkswagen Konzerns stieg bei diesen Kunden dennoch auf 46,3 %. Aufgrund seines umfassenden Produktangebots und der zielgruppenorientierten Kundenbetreuung hat der Volkswagen Konzern die Marktführerschaft in Europa weiter ausgebaut. Die Zulassungen auf gewerbliche Großkunden gingen um 23,8 % zurück, der Marktanteil des Konzerns verbesserte sich auf 25,9 %. Auch in Bezug auf die zunehmende Bedeutung der CO2-Thematik und den Trend zum Downsizing ist der Konzern mit seinem breiten Produktportfolio gut aufgestellt. Das Großkundengeschäft ist weiterhin durch eine zunehmende Konzentration und Internationalisierung gekennzeichnet. Aufgrund seines umfassenden Produktangebots und der zielgruppenorientierten Kundenbetreuung hat der Volkswagen Konzern seine Marktführerschaft in Europa weiter ausgebaut. Eine Konzentration von Ausfallrisiken auf einzelne Großkunden besteht nicht.

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