Umweltschutzrechtliche Auflagen


Mit Inkrafttreten der neuen Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) zum 1. Oktober 2009 in Deutschland soll die Erreichung der nationalen Klimaschutzziele unterstützt werden. Die Verordnung soll wirtschaftlich nutzbare Potenziale im Gebäudebereich erschließen und damit die Energieeffizienz verbessern. Hierzu werden die energetischen Anforderungen an Gebäude im Rahmen der wirtschaftlichen Vertretbarkeit dem Stand der Technik und der Energiepreisentwicklung angepasst. Durch erhöhte bauliche Wärmeschutzanforderungen an die Gebäudehülle soll zukünftig der Jahres-Primärenergieverbrauch abgesenkt werden. Daneben werden die energieeffizienten Anforderungen an die Ausrüstung der Gebäudetechnik erhöht.

Diese Verordnung wird sich auf die baulichen Ausführungen und versorgungstechnischen Anlagen für die Industriebauwerke von Volkswagen auswirken.

Die G20-Staaten haben sich dem Ziel verpflichtet, die Erderwärmung auf 2° C zu begrenzen und streben an, die weltweiten Treibhausgasemissionen bis 2050 um 50 % zu reduzieren.

2013 wird die dritte Handelsperiode des europäischen Emissionshandels beginnen. In diesem bis 2020 geltenden Regime wird die kostenlose Zuteilung von CO2-Emissionszertifikaten deutlich reduziert; zugleich wird eine große Zahl von Branchen neu einbezogen, die bisher nicht der Emissionshandelspflicht unterlagen. Dies bedeutet auch für Volkswagen eine zusätzliche Belastung. Um eine Verlagerung der Produktion und der damit verbundenen CO2-Emissionen in Nicht-EU-Länder zu vermeiden, gibt es für besonders betroffene Branchen Ausnahmeregelungen. Das Hauptkriterium der Handelsintensität mit Nicht-EU-Ländern von mindestens 30 % erreicht der Automobilsektor laut EU-Kommission nicht. Neben höheren Kosten wird Volkswagen somit in naher Zukunft auch einen stark erhöhten Verwaltungs- und Überwachungsaufwand zu bewältigen haben.

Höhere Preise für Energie und Emissionsberechtigungen gelten dabei nicht nur für die eigenen Anlagen, sondern führen auch zu einer Verteuerung von Materialien, insbesondere von Stahl und Aluminium. Den möglichen finanziellen Folgen und Imagerisiken wird bei Volkswagen mit einem Energiemanagement-System und mit Energiesparprogrammen entgegengewirkt. Außerdem betreibt Volkswagen eigene, hoch effiziente Kraftwerke zur Erzeugung von Strom und Wärme und kann seine Energieversorgung dadurch zum Teil selbst sicherstellen.

Gemäß den produktbezogenen Klimaschutzregulierungen wird die europäische Regulierung zur Begrenzung der CO2-Emissionen von Pkw derzeit auf leichte Nutzfahrzeuge ausgedehnt. Begleitende Maßnahmen zur Lenkung des Verbraucherverhaltens und fiskalische Maßnahmen in den EU-Mitgliedsstaaten mittels einer CO2-orientierten Fahrzeugbesteuerung schaffen stringente Rahmenbedingungen in der EU mit einem Planungshorizont bis circa 2020. Gleichzeitig entwickelt sich der europäische Regulierungsrahmen zum Vorbild für weitere internationale Vorschriften, beispielsweise in Indien. Auch die aktuellen Regulierungsvorhaben zu den CO2-Emissionen und zum Kraftstoffverbrauch in China, den USA und Korea werden von den Entwicklungen in der EU beeinflusst. Hier zeichnet sich eine zunehmende globale Konvergenz der Regulierungsmethodik und der Zielvorgaben ab. Dieser Trend kam 2009 sogar in den weltweit eingesetzten Konjunkturbelebungsmaßnahmen in Form ähnlicher Umwelt- oder Verschrottungs-Prämienregelungen zum Ausdruck. Damit wird der seitens der Automobilindustrie erhobenen Forderung nach Reduzierung von Handelshemmnissen und nach globaler Harmonisierung der technischen Vorschriften und politischen Rahmenbedingungen entsprochen.

Vor dem Hintergrund einer fortschreitenden Produktdifferenzierung in den globalen Märkten trägt die Harmonisierung der Rahmenbedingungen wesentlich dazu bei, die Wettbewerbsneutralität auf allen Märkten zu verbessern. In der Folge wird sich der Bedarf für weltweit verfügbare innovative Technologien erhöhen. Volkswagen hat dies erkannt und für sich das Ziel formuliert, die weltweite Technologieführerschaft in der Automobilbranche zu erringen und dauerhaft auszubauen. Der Volkswagen Konzern befindet sich hier auf einem erfolgreichen Weg mit kosteneffizienten Technologien, deren Größenvorteile im Konzernverbund erfolgreich genutzt werden.

Die weitere Entwicklung insbesondere der Klimaschutzregulierungen in der Nachfolge des Kyoto-Protokolls wird den gesamten Verkehrssektor einbeziehen. Der bisher bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen nicht angewandte Emissionshandel wird in neuem Zusammenhang in Bezug auf die CO2-Minderungspotenziale des Güterverkehrs beziehungsweise der gesamten Logistikkette diskutiert werden. Gleichzeitig werden auch Luftverkehr und maritimer Transport in künftige Reduktionsverpflichtungen eingebunden, sodass die Wirtschaftlichkeit vorhandener Industrie- und Handelsstrukturen neu bewertet werden muss.

Auf dem Weg, weltweit möglichst einheitliche Rahmenbedingungen im Klimaschutz zu schaffen konnte die Weltklimakonferenz in Kopenhagen die hochgesteckten Erwartungen nicht erfüllen. Aufgrund der fehlenden Vereinbarungen über konkrete Minderungsziele der einzelnen Regionen und Länder besteht weiterhin keine langfristige Perspektive bezüglich der Stringenz von Klimaschutzanforderungen. Es werden weiterhin regional sehr unterschiedliche Anforderungen gestellt. Positiv hervorzuheben ist jedoch, dass alle Vertragsstaaten das Ziel anerkennen, die Erderwärmung auf 2° C zu begrenzen, und somit eine tragfähige Basis für den weiteren Verhandlungsprozess geschaffen wurde. Damit besteht die Chance auf einen sinnvollen und ökonomisch akzeptablen Interessenausgleich.

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