Kein Gramm zu viel


Leichtbau in der Serienproduktion gelingt nur dann wirklich gut, wenn das Wissen aus Fertigung und Modellentwicklung so früh wie möglich zusammenkommt. Deshalb ist die Kompetenz der Fertigungsexperten bereits in der Konzeptphase eines neuen Modells gefragt und spielt eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung neuer, leistungsfähiger Legierungen und Materialien. Die Audi Ingenieure haben die Space Frame-Technologie in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Heute verstärken organisch anmutende Strukturen die Karosserie, ähnlich einem bionischen Fachwerk: „Es erinnert an die Knochen eines Vogelskeletts“, erklärt Leichtbauexperte Timm. Spezielle Computerprogramme helfen den Konstrukteuren, für jedes Teil die perfekte innere Struktur zu finden – möglichst leicht, aber stabil. Außerdem gut verformbar und damit sicherer bei einem Unfall.

100 Jahre Vorsprung durch Technik (Logo)

SEIT 100 JAHREN: VORSPRUNG DURCH TECHNIK

Die Vision von August Horch, sportliche, hochwertige und technisch innovative Autos zu bauen, ist nach 100 Jahren so lebendig wie nie. 1899 gründete Horch in Köln die „A. Horch & Cie.“-Motorwagen-Werke. Als er 1909 ausstieg, um eine neue Firma im sächsischen Zwickau zu gründen, nannte er sie „Audi“ – lateinisch für „höre“ oder „horch“. Anfang der Dreißigerjahre schlossen sich Audi, DKW, Horch und Wanderer zur „Auto Union“ zusammen. Vier ineinander verschlungene Ringe wurden zum Markenzeichen. 1958 erwarb Daimler-Benz die Auto Union, die nach dem Krieg gen Ingolstadt gezogen war. Doch als man 1965 seine Heimat endgültig im Volkswagen Konzern fand, begann der Wiederaufstieg der Marke Audi: Mit Modellen wie dem Audi Sport quattro, der 100er- oder 80er-Baureihe, dem Audi A8 mit Aluminium Space Frame oder dem Audi R8 wurde Automobilgeschichte geschrieben. Den 100. Geburtstag feierte Audi im Jubiläumsjahr 2009 mit über 50 Veranstaltungen. Das zentrale Motto: Vorsprung durch Technik – über Automobilgenerationen hinweg.

LEICHTBAUKOMPETENZ AUS NECKARSULM

Ein weiterer Meilenstein der Leichtbauevolution sind Bauteile aus Magnesium, die nochmals um ein Drittel leichter sind als Teile aus Aluminium. Erstmals kam das Leichtmetall im Audi R8 zum Einsatz. Bei neuen Modellen werden sogar einige Motorkomponenten aus Magnesium gefertigt, zum Beispiel das Oberteil der Ölwanne und der Deckel des Nockenwellenkastens. Im neuen Audi A8 ist das Getriebe an einem Querträger aus Magnesium befestigt – bislang ein unangefochtenes Revier des Werkstoffs Stahl. Die Audi Ingenieure arbeiten mit Hochdruck daran, Magnesium auch in der automobilen Mittelklasse bezahlbar zu machen. Einige Bauteile aus dem extraleichten Werkstoff finden sich bereits im aktuellen Audi A5 Cabriolet. „Das Material ist aber nur der erste Schritt“, sagt Peter Fromm, Leiter Entwicklung Aufbau. Sein Team arbeitet an Verfahren für die Massenproduktion, und da sind die Herausforderungen vielfältig. So dehnen sich zum Beispiel Aluminium und Stahl bei Hitze unterschiedlich stark aus. Das erfordert neue Fügetechniken: sogenannte „Flow Drill“-Schrauben beispielsweise, die von Robotern so schnell in das Material gedreht werden, dass sie das Metall anschmelzen und sich so ihr eigenes Gewinde formen.

Jetzt suchen die Techniker nach Wegen, faserverstärkte Kunststoffbauteile, wie sie bisher vor allem in der Formel 1 oder im Flugzeugbau eingesetzt werden, in Serie zu verarbeiten. Audi hat dafür sein Leichtbau Zentrum um ein weiteres Technikum erweitert. Und wer Fromm und seine Kollegen kennt, ahnt: Es könnte die Wiege der nächsten Leichtbaurevolution werden.

Leichtbau durch Mischbauweise – Gegenüber einer herkömmlichen Karosserie aus Stahl bringt der Aluminiumrahmen des Audi A8 rund 40 Prozent weniger Gewicht auf die Waage. (Grafik)






– 40 % Gewicht

LEICHTER DURCH MISCHBAUWEISE

Gegenüber einer herkömmlichen Karosserie aus Stahl bringt der Aluminiumrahmen des Audi A8 rund 40 Prozent weniger Gewicht auf die Waage.

Kettenreaktion der Leichtigkeit – Dynamisch, sportlich, schnell: Bei einem Testvergleich zwischen zwei Audi A5 Coupé fiel das Handling des in Leichtbauweise hergestellten Prototyps spürbar agiler aus. (Foto)

KETTENREAKTION DER LEICHTIGKEIT – Dynamisch, sportlich, schnell: Bei einem Testvergleich zwischen zwei Audi A5 Coupé fiel das Handling des in Leichtbauweise hergestellten Prototyps spürbar agiler aus.

WEITERE INFORMATIONEN
www.audi.de

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